Nachdem ich am
Samstagnachmittag mit Kirstin shoppen war, bin ich mit der Rikscha zum Busbahnhof gefahren, um meinen Bus nach Goa zu erreichen. Das stellte sich als gar nicht so einfach heraus, da vom Busbahnhof nur öffentliche Busse fahren und ich natürlich einen Privaten hatte (es wäre ja auch sonst langweilig und ich hätte euch nix zu erzählen). Es kostete mich eine ganze Stunde und etliche Diskussionen mit Polizisten und Rikschafahrern, die mich alle in eine andere Richtung schickten, bis ich endlich den Bus ca. 1 km abgelegen in einer Seitenstraße vor dem Büro des privaten Reiseveranstalters fand. Nachdem ich diese Hürde erst einmal geschafft hatte, war mir eigentlich alles egal und ich wollte einfach nur noch nach Goa an den Strand. Die Busfahrt war eine Höllentour. Das Problem war nicht die Dauer von knapp 16 Stunden über holprige Straßen, sondern mein Sitz. Eigentlich hatte ich Semi Sleeper gebucht, was heißt, dass ich meinen Sitz nach hinten klappen kann, und meine Beine ausstrecken kann. Ich hatte allerdings das Glück, dass ich hinter mir eine Zwischenwand, und vor mir den Radkasten des rechten Hinterrads hatte. Also alles andere als gebucht! Aber wie ich schon sagte, mir war alles egal geworden. Der Mitfahrer neben mir mit ähnlichem Problem (er konnte wenigstens die Füße lang machen), war recht nett. Er gab mir den Tipp schon eher den Bus zu verlassen, da er dicht an meinem Ziel vorbei fuhr. Dies tat ich dann auch.
Am
Sonntagmorgen gegen 9 Uhr war ich dann in Canaconda ausgestiegen. Von dort lies ich mich für 40 Rs. mit dem Motorradtaxi an den Strand fahren. Und dort war ich nun am Traumstrand von Goa! Doch bevor ich den Strand erreichte musste ich mich durch zahlreiche Leute arbeiten, die mir entweder eine Bleibe oder etwas anderes anboten. Ich mag gar nicht wissen, wie es dort in der Hauptsaison abgeht…
Nachdem ich dann also kurz den Strand bewundert hatte und mir in einem Strandlokal 2 Nutella-Pancakes zum Frühstück gegönnt hatte, musste mein Aufenthalt geplant werden. Als erstes machte ich mich auf die Suche nach einer günstigen Strandhütte. Am liebsten wäre ich in einer kleinen Bambushütte direkt am Strand geblieben, aber die zum einen weitestgehend ausverkauft und zum anderen recht teuer. Ich entschied mich dann, eine günstige Bleibe zu suchen (100 Rs. pro Nacht), und mehr Geld für das leckere Essen auszugeben (Fischmenü ca. 300 Rs.).
Nachdem also auch dies geklärt war, lies ich mir noch von einem Einheimischen einen Motorroller aufschwatzen. Der kostete mich für einen Tag 200 Rs. plus 300 Rs. Sprit, wovon ich nur die Hälfte verfahren habe. Das mit dem Roller stellte sich aber als spitzenmäßige Idee heraus, da ich so eine Menge sehen konnte. Ich machte mich am Sonntagmittag auf den Weg die Küstenstraße hinauf. Natürlich ohne Helm oder so. Auch einen Führerschein wollte keiner sehen. Womöglich hätte ich mir auch ein großes Motorrad ausleihen können, das schert hier keinen… Ich habe also weitere verlassene Buchten und Strände gesehen, und kam schließlich an die alte Ruine eines portugiesischen Forts (Cabo de Rama). Dort hatte man auch einen wunderschönen Blick auf die Küste, was einfach traumhaft war. Als ich wieder zurück gefahren bin, waren dann auch schon 100 km abgerissen…
Zum Abendessen gab es lecker Garnelen und Schrimps. Diese waren als Soße zubereitet und wurden von mir mit Reis verzehrt. Es war wirklich ganz lecker und jeden Rupee wert.
Danach unterhielt ich mich im Restaurant noch mit ein paar Franzosen und einem Iren. Diese waren auch erst angekommen und schon ein paar Wochen mit dem Rucksack durch Indien getourt. Nach einem Bier war ich dann auch total müde, sodass ich froh war mich schlafen legen zu können.
Ratet mal, was ich am
Montagmorgen gegessen habe … Richtig, 2 Nutella-Pancakes. Ich kann von dem Zeug irgendwie nicht genug bekommen.
Nachdem ich ein bisschen am Strand spazieren war und den Fischern zugeschaut habe, wie sie die Netze einholten, entschied ich mich, noch mal mit dem Roller loszudüsen. Ich bin in den 10 km entfernten Nationalpark gefahren, wo ich erhoffte noch ein paar Tiere zu sehen. Mich verwunderte schon, dass ich alleine mit dem Roller in den Park gelassen wurde und wusste zugleich, dass ich da keine wilden Tiere finden werde. Nach ein paar kurzen Spaziergängen im Wald war mir das dann zu doof und ich machte mich wieder auf den Weg in Richtung Strand. Noch im Nationalpark erwischte mich dann der Monsun. Ich war pitschnass bis auf die Knochen! Die Kamera konnte ich zum Glück unter der Sitzbank des Rollers verstauen, sonst wäre die mit Sicherheit abgesoffen… Das schöne an Goa ist nur, dass es recht warm ist und man so keine Kälte durch den Regen empfindet. Dennoch war es doof, pitschnass zurückzufahren.
Zurück am Meer war es wieder schöneres Wetter. Ich hab die nassen Klamotten ausgezogen, und bin erstmal schön im Arabischen Meer baden gegangen. Mit ca. 28°C Wassertemperatur war dies nicht wirklich erfrischend, aber dennoch ein mächtiger Spaß mit den Wellen. Als ich danach noch ein bisschen Zeit am Strand zwischen den Bäumen verbrachte sprach mich ein Mädel aus England an, das auch alleine unterwegs war. Wir beschlossen also kurzer Hand uns zusammen ein nettes Restaurant zu suchen, sodass ich nicht alleine dinieren musste. So bekamen wir auch beide die Möglichkeit mehrere Fischsorten zu kosten. Ich hatte Riesengarnelen und sie (Daisy war ihr Name) hatte einen Red Snapper. Beides war superlecker und für die Qualität mega-günstig. Nach dem Essen beschlossen wir noch eine schöne Bar am Strand aufzusuchen. Dort saßen wir an einem Tisch mit einem Paar aus Deutschland, genauer aus dem Ruhrpott. Wir haben uns alle recht nett unterhalten, sodass es nie langweilig wurde. Als die zwei Essener dann gegangen waren, traf Daisy zufällig ein paar andere Englische und Schottische Mädels, die sie schon ein bisschen früher auf ihrer Reise getroffen hatte. Also wechselten wir kurzerhand den Tisch … so war ich eigentlich immer in netter Gesellschaft, obwohl ich alleine reiste. Gegen 23:30 lag ich dann in meinem Bett. – Übrigens alleine… nicht dass ihr denkt, ich hätte mich von den Affen in Bandipur zu sehr inspirieren lassen ;-)
Nach weiteren 2 Nutella-Pancakes, die ich dieses mal gemeinsam mit den Mädels von der Insel verspeiste, verbrachte ich den ganzen
Dienstag am Strand. Ich war spazieren, machte Fotos und setzte mich schließlich vor eine Hütte, welche ich gerne gemietet hättet. Die Franzosen, die dort wohnten, störte es auch nicht, dass ich vor ihrer Tür saß. So konnte ich ein paar Monsunschauer am Palolem Beach in Goa erleben und trocken überstehen. Am Nachmittag war ich wieder im Meer baden und es regnete hin und wieder. Einmal konnte ich wirklich nicht sagen was wärmer war: Das Wasser des Meeres, der Regen, oder die Luft … es war wirklich Traumhaft, dass so mal zu erleben. Und da haben mich alle gewarnt in Goa wäre schlechtes Wetter! Aber im Gegenteil, das hatte irgendwie was Besonderes…
Am Abend traf ich mich dann wieder mit den Mädels zum Abendessen. Die Mädels bestellten einen Hai und ich einen weiteren Red Snapper. Beides war wieder super lecker! Nach 4 oder 5 Vodka-Cola (Die Mädels hatten Vodka unauffällig in einer Wasserflasche getarnt) fand ich dann mein Weg ins Bettchen.
Was ich
Mittwochmorgens gegessen habe muss ich euch ja nicht erzählen. So gegen 9:30 Uhr nahm ich den Bus von Palolem Beach nach Margao, wo ich einen Anschlussbus nach Panjim (der Hauptstadt von Goa) suchte. Dort musste ich eine geschlagene Stunde nach einem Busticket anstehen! Ich kann euch sagen: Wir Geduld lernen muss, der muss zur Kur nach Indien…
Als ich dann in Panjim angekommen war, machte ich mich als erstes auf die Suche nach dem Platz wo die privaten Busse abfahren, denn so ein Theater wie in Bangalore wollte ich mir nicht wieder zumuten. Aber mit 90.000 Einwohnern gestallt sich die ganze Stadt recht übersichtlich.
Als dies geklärt war, hatte ich noch 3 Stunden Zeit, bis mein Bus nach Bangalore abfahren würde. Daher schnappte ich mir einen anderen Bus in das 10 km Old Goa, was lange Zeit die Hauptstadt von Goa war, als die Portugiesen hier eine Kolonie betrieben. Dessen zu Folge ich Goa und seine Städte von den Christen geprägt. Überall sieht man Kirchen und Kathedralen. So auch in Old Goa. Das witzige ist, dass nur noch Kirchen dort stehen, nachdem es als Siedlung durch eine Epidemie im 17. Jh. aufgegeben wurde.
Nach den Eindrücken in Old Goa habe ich mich dann zu meinem Bus aufgemacht. Gegen 17 Uhr sind wir dann in Richtung Bangalore gefahren. Diesesmal hatte ich ja Full Sleeper gebucht. Da konnte ich nun wirklich lang liegen und richtig gut schlafen.
Mit etwas Verspätung kam ich dann gegen 9:30 Uhr in Bangalore an.